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Grundwissen – Knock-Out-Produkte und die Magie der Hebelwirkung

Was sind Knock-Out-Produkte:

Knock-Out-Produkte fallen in die Gattung der Derivate, sie stellen also einen Vertrag zwischen zwei Parteien dar. Im Nachfolgenden werden sie KO-Produkte genannt. Mit diesem Finanzinstrument kann der Anleger sowohl von steigenden Kursen (call/long), als auch von fallenden Kursen (put/short) profitieren. Ein KO-Produkt bezieht sich immer auf einen zugrunde liegenden Basiswert (Underlaying), ganz gleich ob es eine Aktie, Rohstoffe, Währungspaare oder Zinsen sind. Die Magie der Hebelwirkung spielt bei KO-Produkten die entscheidende Rolle – jedes KO-Produkt ist mit einem beliebigen Hebel ausgestattet. Der Anleger kann also aufgrund des Hebels überproportional von Kursbewegungen profitieren.

Nun gibt es natürlich auch einen Grund, warum die Knock-Out-Produkte diesen Namen tragen. Die Namensgebung der spekulativen Finanzinstrumente leitet sich von dem K.O., also dem Totalverlust ab. Jedes KO-Produkt ist mit einer KO-Schwelle ausgestattet. Berührt oder unterschreitet die Aktie diese KO-Schwelle (Basispreis), ist der KO-Schein nahezu wertlos.

Wer gibt KO-Produkte aus, wo findet man KO-Produkte und wo können diese gehandelt werden:

Emittenten geben die KO-Scheine aus, die durch eine WKN (Wertpapierkennnummer) direkt an der Börse oder bei Emittenten im außerbörslichen Direkthandel ge- und verkauft werden. Morgan Stanley, Deutsche Bank, Commerzbank, BNP – nur um einige dieser Emittenten zu nennen. Für den Handel mit diesen Derivaten ist ein Wertpapierdepot nötig – auch hier gibt es eine Vielzahl von Anbietern.

Hier ein Brokervergleich für Wertpapierdepots : https://www.brokervergleich.de/online-broker/vergleich/

Für den Handel verschiedener Finanzinstrumente fallen auch Gebühren in unterschiedlichen Höhen an. Folglich sollte man bereits im Vorfeld individuell passenden Broker herausgefiltert haben. Dabei sollte man insbesondere ein Augenmerk auf Sonderkonditionen und/oder Freetrades legen. Aktuell ist die Verbindung des Brokers Flatex mit KO-Produkten von Morgan Stanley interessant, denn ab einem Ordervolumen von 500 EUR entfallen Kauf-/Verkaufgebühren. Um passende Knock-Out-Scheine zu finden, kann der Anleger auf verschiedene Finanzseiten zugreifen, wie zum Beispiel:

https://www.godmode-trader.de/zertifikate/hebelzertifikate

https://www.boerse-stuttgart.de/de/boersenportal/tools-und-services/produktfinder/ko-finder/

 

Wichtige Kennzahlen:

Hier abgebildet sehen wir den Auszug einer Finanzseite, der einen ersten, wichtigen Blick über das Produkt gibt. 

Im Nachfolgenden werden wir den Knock-Out-Schein mit seinen Kennzahlen genauer unter die Lupe nehmen.

  • WKN: Wertpapierkennnummer: diese kennzeichnet genau diesen KO- Schein, den man dann in seinem Wertpapierdepot suchen, finden und handeln kann.
  • Emittent: I.d.R. Großbanken, die zur Kapitalbeschaffung Wertpapiere an den Kapitalmärkten ausgeben.
  • Markterwartung: Wie eingangs erwähnt, kann man mit einem KO-Produkt sowohl von steigenden, als auch von fallenden Kursen profitieren, in diesem Fall ist das die Long-Variante.
  • Basispreis: Der Basispreis ist der Kurs der Aktie, der angibt, wann der KO-Schein nahezu wertlos verfällt. Berührt oder unterschreitet die Aktie – in diesem Fall Adidas – die Marke von 190,26 EUR, erhält der Anleger 0,001 EUR für jeden KO-Schein als Restwert vom Emittenten zurückgezahlt, um den Anlegern den steuerlichen Verlust geltend machen lassen zu können.
  • KO-Schwelle: Diese ist in diesem Fall identisch mit dem Basispreis. Andere Varianten, auf die ich jetzt nicht näher eingehen werde, gibt es natürlich auch.
  • Hebel: Der Hebel gibt an, um wie viel das KO-Produkt im Verhältnis zum Basiswert überproportional an Wert zunimmt oder verliert. In diesem Fall ist die Kursbewegung des KO-Scheins 20,22 mal höher als die Bewegung des Aktienkurses von Adidas selbst.
  • Fälligkeit: Die Fälligkeit gibt an, bis zu welchem Datum dieses Produkt handelbar ist. In diesem Fall unbegrenzt (open-end), außer natürlich der Aktienkurs berührt oder unterschreitet den Basispreis/KO-Schwelle von 190,26 EUR.
  • Bezugsverhältnis: Das Bezugsverhältnis gibt an, wie viele KO-Scheine der Anleger kaufen müsste, um die Kursbewegung einer Adidas Aktie abzubilden.
  • Quanto: Die Eigenschaft Quanto gibt an, ob das KO-Produkt währungsbesichert ist. Kauft ein Anleger nämlich einen KO-Schein auf einen Basiswert, der nicht in seiner Währung gehandelt wird, wird die Preisberechnung des KO- Prdodukts zusätzlich von Wechselkursschwankungen beeinträchtigt.
  • Geldkurs/Briefkurs/Spread: Der Emittent ist zuständig für die Preisberechnung (auf die ich heute nicht näher eingehen werde) seiner KO-Scheine, diese stellt er i.d.R. ständig zwischen 8 – 22 Uhr. Der Briefkurs oder auch Ask-Kurs genannt, stellt den Kurs dar, den der Anleger bezahlen muss, um einen KO Schein zu erwerben. Der Geldkurs, oder auch Bid-Kurs genannt, ist jener Preis, zu dem der Emittent im selben Moment den KO-Schein wieder zurückkaufen würde.

Die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs wird als Spread bezeichnet, die Höhe dieser „Gebühr“ stellt jeder Emittent je nach Volatilität und Handelsvolumen des zugrunde liegenden Basiswerts. Kauft ein Anleger also einen KO-Schein zu 1,11 EUR, ist der Wert des KO-Scheins im seinem Depot zum gleichen Zeitpunkt nur 1,10 EUR wert.

Um die Übersichtlichkeit eines KO-Produkts zu gewährleisten, weisen die Finanzseiten i.d.R. die Objekteigenschaften detailliert aus. Hier sind alle Kennzahlen noch einmal aufgelistet.

Nun ein Beispiel:

Der Anleger kauft nun dieses KO-Produkt, das dem Basiswert der Adidas-Aktie zugrunde liegt. Die Adidas-Aktie notiert bei 199,86 EUR – das KO-Produkt, das sich darauf bezieht, kostet 1,11 EUR, ist mit dem Hebel von 20,22 ausgestattet und profitiert von der steigenden Aktie.

Der Anleger entscheidet sich nun, 1.000 Stück von diesem KO-Produkt zu kaufen – das entspricht demnach einen Gegenwert von 1.110 EUR (1.000 Stück [mal] 1,11 EUR Ask-Kurs). Steigt die Adidas-Aktie nun um 1%, steigt der Gegenwert unseres KO-Produkts, das in unserem Wertpapierdepot liegt, 20,22 mal höher, also um 20,22%. Der Gegenwert unseres Produkts ist nun 1.322,42 EUR. Das ergibt sich wie folgt:

1.100 EUR (1,10 EUR Bid-Kurs [mal] 1.000 Stück) [plus] 20,22% (Bid-Kurs 1,10 EUR [mal] Hebel 20,22) = 1.322,42 EUR.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass das KO-Produkt nun einen Wert von rund 1,32 EUR aufweist. Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass im Fall eines Wertverlustes um 1% einer Adidas-Aktie nach Kauf dieses KO-Produkts der Gegenwert unserer Investition des KO-Produkts um 20,22% an Wert verliert.

Fazit:

Das Beispiel soll aufzeigen, welche Magie in der Hebelwirkung dieser Knock-Out-Produkte steckt. Dabei reicht das Hebelspektrum diverser KO-Produkte verschiedener Emittenten von niedrigsten einstelligen Hebeln bis hin zu höheren zweistelligen, oder gar dreistelligen Hebeln. Das richtet sich, wie bereits erwähnt, nach der Schwankungsbreite des zugrunde liegenden Basiswerts, sowie dessen Handelsvolumen.

Die Entscheidung, welches Produkt man kaufen möchte, hängt natürlich von der Risikoaversion des Einzelnen ab. Es sei im diesem Zuge auch erwähnt, dass nicht jeder Emittent auf jeden Basiswert ein solches Produkt emittiert.

Mit diesem Artikel ist lediglich auf die absoluten Grundmerkmale eines KO-Produkts eingegangen worden, die für das Kennenlernen dieser spekulativen Finanzinstrumente notwendig sind. In der kommenden Fortsetzung wird diese Thematik darauf aufbauend weiter vertieft.

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Alexander Immanuel Busch

Immanuel - Sozialpädagoge mit einem Faible für Digitalisierung und IT. Seine Mission: Die Aufklärung über gesellschaftliche Potentiale und Risiken der Blockchainszene und -technologie. Seine Lieblingsthemen: Bitcoin und Dezentralität sowie (MLM-)Scams.
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