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Masternode Pools – Fake oder spannendes Geschäftsmodell?

Zum Thema Masternodes und vor allem zum Thema Masternode Pools erhalten wir diverse Anfragen. Ein großer Teil unserer Leser findet das Thema durchaus spannend, es gibt jedoch auch viele kritische Stimmen. Aufgrund dieser Tatsache haben wir uns dazu entschieden, Pro und Contra neutral gegenüber zu stellen. Wir gehen auf Masternodes, Staking und den umstrittenen Masternode Pool ein. Worum handelt es sich hierbei genau? Welche Vorteile birgt ein solches Konzept und welche Risiken hängen damit zusammen?

Wie immer freuen wir uns sehr über Feedback und eigene Erfahrungsberichte. Viel Freude bei diesem Artikel!

Grundlagen – Was ist Staking?

Beim Staking handelt es sich um ein alternatives Konsens Verfahren in einer dezentralen Blockchain. Es geht immer um die Frage, wer hat das Recht, Transaktionen für richtig oder falsch bzw. gültig oder ungültig zu erklären. Vereinfacht gesprochen, wer darf das Kassenbuch führen? Beim Staking werden unterschiedliche Bewertungsmethoden genutzt, um dieses Recht zu vergeben:

  1. Wie viele Coins einer Währung halte ich?

  2. Wie lange liegen diese bereits in meinem Wallet?

  3. Wann habe ich zuletzt eine Transaktion bestätigen dürfen?

  4. Random Block – Zufallssystem

Diese und weitere Verfahren werden zur Vergabe von Rechten zur Schaffung von Konsens herangezogen. Grundsätzlich gilt jedoch, wer mehr Coins über eine längere Zeit hält, darf in der Regel auch mehr Transaktionen bestätigen.

Beim Staking erhalten die Staker ähnlich wie beim Mining ebenfalls eine Art Block Reward oder werden an den Transaktionsgebühren beteiligt. Die bekanntesten Kryptowährungen sind PIVX oder Dash.

Grundlagen – Was sind Masternodes?

Bei Masternodes handelt es sich um eine Erweiterung eines klassischen Netzwerks einer Blockchain. Die Masternode Server führen im Grunde eine Art repräsentatives Staking durch und erfüllen weitere nützliche Funktionen im Netzwerk. Repräsentativ deshalb, weil die eigentlichen Coins nicht auf dem Masternode Server liegen, sondern durch eine Transaktions-ID logisch mit den Coins auf dem Wallet (welches theoretisch auch offline sein kann) verbunden sind.

Mit Hilfe der Masternodes können schnellere Transaktionen (Direct Send) und auch das Thema Anonymisierung in einem Netzwerk angeboten werden. Aufgrund der Mindestmenge an Coins, die ein Masternode hält, sowie der Zusatzfunktionen, fällt der Block-Reward für Masternodes meist ein wenig höher aus als der Staking Reward. Die Verteilung der Rewards zwischen reinem Staking und Masternodes sind je nach Kryptowährung unterschiedlich.

Masternode Coins erfreuen sich bei einem kleinen Teil der Kryptogemeinde großer Beliebtheit. Mittlerweile gibt es weit über 500 unterschiedliche masternodefähige Coins. Die Wallets dieser Coins basieren in der Regel auf dem Code des DASH Wallets.

Gibt es auch seriöse Masternode Coins – oder doch alles Scam?

Leider gab es in der Vergangenheit viele Scam-Coins. Was bedeutet das? Aufgrund der schnellen und günstigen Listung auf kleinen Exchanges ist es für Betrüger ein Leichtes, einen Masternode Coin anzubinden. Der Quellcode ist öffentlich und eine Webseite ist schnell aufgesetzt. Diesen Umstand haben sich leider auch Betrüger zu Nutze gemacht und starten von Zeit zu Zeit Projekte mit betrügerischen Absichten. Hierbei werden große Mengen des Coins vor einer Listung erzeugt und dann später teuer zum Kauf angeboten. Der Verlockung von hohen Renditen können viele unerfahrene Masternodebetreiber nur schwer widerstehen und lassen sich auf das Spiel ein.

Dennoch, es gibt auch Projekt wie beispielsweise PIVX und DASH, die seit Jahren existieren und laufend weiterentwickelt werden. Besonders spannend, auch diese Projekte zahlen hohe Rewards und finden bereits Anwendung auf diversen Plattformen. Am besten orientiert man sich nach der Marktkapitalisierung der Projekte und der Bestandsdauer. Projekte, die seit Jahren funktionieren und an denen ständig entwickelt wird, sind eher selten ein Scam. Dennoch, Vorsicht ist immer geboten!

Schlussendlich ist Analyse sehr wichtig, wer sich hier Mühe gibt, der kann auch mit Masternodes langfristig Geld verdienen. In der Regel sind die Masternodes für etablierte Coins aber nicht gerade erschwinglich. Siehe Kosten für einen Dash Masternode ($69,983 – 17.01.2018)

Eigene Masternodes vs. Shared Masternodes?

Ein sehr umstrittenes Thema im Masternode Bereich sind die Shared Masternode Anbieter. Hierbei handelt es sich um Plattformen, bei denen User ihre Coins einzahlen, um gemeinsam mit anderen Teilnehmern an einem Masternode zu partizipieren. Aufgrund der hohen Kosten mancher etablierter Masternodes gibt es eine starke Nachfrage nach solchen Diensten.

Gerade bei Coins wie z.B. DASH sind die Kosten für einen Masternode extrem hoch. Wer also seine DASH gewinnbringend HODLN will, ohne ein hohes Eigenkapital mitzubringen, für den bieten sich solche Dienste an. Das Problem ist wie immer das Thema Sicherheit. Grundsätzlich muss man allerdings dem Betreiber der Plattform vertrauen, immerhin überträgt man seine Coins. Wird der Anbieter gehackt oder macht er sich aus dem Staub, sind die Coins in der Regel für immer verloren.

Dieses Szenario ist leider bereits häufig eingetroffen. Die Plattform StakeCube wurde im Jahr 2018 von einem schweren Angriff getroffen und verlor einen großen Teil der Einlagen ihrer User. Mit einem solchen Risiko muss man also bei einer solchen Plattform immer rechnen. Die Betreiber dieser Plattformen sind leider häufig anonym, einzig und alleine der Ruf der Marke gewährleistet zumindest einen gewissen Grad an Seriösität.

StakeCube versucht beispielsweise über einen Refund Pool die Erträge seiner Mitglieder wieder zu erwirtschaften und den Verlust damit auszugleichen. Aus meiner Sicht ein Zeichen für den guten Willen der Betreiber.

Masternode Pools

Ebenfalls umstritten und dennoch bei vielen Usern sehr beliebt ist das Thema Masternode Pool. Grundsätzlich setzt das Betreiben eines Masternode Pools keine Einzahlung bei einem Anbieter voraus. Jeder könnte sich theoretisch ein eigenes Portfolio zusammenstellen und hätte damit einen Pool an unterschiedlichen Masternodes.

In der Theorie sorgt eine Diversifikation mit unterschiedlichen Masternodes aus unterschiedlichen Risikoklassen für mehr Sicherheit und Stabilität bei den Erträgen. Je größer ein solcher Pool und desto besser die Analyse in die jeweiligen Coins, desto mehr Ertrag kann man erwarten. Eines ist am Ende jedoch klar, wenn alle Masternode Coins in einem gewissen Zeitintervall mehr als 90% ihres Wertes verlieren, dann bringt auch ein Pool nicht mehr wirklich viel.

Aus praktischer Erfahrung lässt sich jedoch sagen, ein Masternode Pool mit mehreren Dash Masternodes schwankt auf jeden Fall weniger im Wert als ein Pool aus hunderten winziger Coins, die erst seit wenigen Monaten oder Tagen am Markt sind.

Manche Anbieter machen sich diesen Umstand zu Nutze und bauen ihren Pool ständig weiter aus. Natürlich trägt man auch hier das Risiko eines Hacks oder eines totalen Einbruchs des Krypto Marktes. Ein Totalverlust ist in jeder Krypto Klasse zu jedem Zeitpunkt möglich.

Selber einen Masternode Pool aufbauen vs. kaufen

Eine berechtige Frage: sollte man nicht lieber einen eigenen Pool aufbauen? Diese Frage lässt sich sehr einfach beantworten. Wenn man die nötige Fachkenntnis hat und das entsprechende Kapital, dann steht dem Aufbau eines eigenen Masternode Pools nichts im Wege.

Natürlich sollte man sich nicht nur Gedanken um den Aufbau sondern auch Gedanken über den Ausbau und die Auszahlung machen. Regelmäßige Gewinnmitnahmen machen in einem solchen Markt durchaus Sinn.

Der Hebel liegt natürlich vor allem im Zinseszins-Effekt. Wer aus seinen Erträgen neue Masternodes aufbaut, der kann hier schneller in den ROI kommen. Selbstverständlich sind Sie dann jedoch länger in den entsprechenden Coins investiert und tragen ein höheres Risiko.

Fazit

Es ist gar nicht so einfach, ein eindeutiges Fazit abzugeben. Es gibt viele wertlose Masternode Coins und viele Masternode Projekte mit Betrugsabsicht ohne wirklichen Wert.

Dagegen stehen interessante neue Ideen, die sich einer recht spannenden Technologie bedienen. Ob und wie viel jemand in Masternodes investiert, das obliegt der Risikoaffinität des einzelnen Users.

Am Ende ist es nicht viel anders als im klassischen Kryptomarkt: viele der gelisteten Coins bei Coinmarketcap werden das Jahr 2019 unter Umständen nicht ohne weitere schwere Verluste überstehen. Ebenso könnte es auch den Masternode Coin Markt treffen. Gleichzeitig hat uns die Vergangenheit gezeigt, dass bei einem möglichen neuen Hype gerade die kleinen Coins auch wieder stark zulegen könnten.

 

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Alexander Immanuel Busch

Immanuel - Sozialpädagoge mit einem Faible für Digitalisierung und IT. Seine Mission: Die Aufklärung über gesellschaftliche Potentiale und Risiken der Blockchainszene und -technologie. Seine Lieblingsthemen: Bitcoin und Dezentralität sowie (MLM-)Scams.
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